Lamberts, Brigitte

Brigitte Lamberts (c) Hans-Jürgen Bauer
Brigitte Lamberts
(c) Hans-Jürgen Bauer

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Brigitte Lamberts ist in Düsseldorf geboren und hier lebend. Sie ist promovierte Kunsthistorikerin, PR-Beraterin und Journalistin. Nach Stationen in Museen, PR-Agenturen und Verlagen hat sie sich im Bereich Corporate Publishing selbstständig gemacht. Ihren Debütroman, den Düsseldorfer Krimi Ausgeweidet, verfasste sie zusammen mit ihrer Co-Autorin Annette Reiter. Es folgten zwei weitere Krimis in Co-Autorenschaft. Dem folgten zwei weitere Krimis in Co-Autorenschaft. Mittlerweile kamen Kurzgeschichten in Anthologien hinzu. Für die Mallorca-Krimi-Anthologie „Mallorca mörderisch genießen“ (Wellhöfer Verlag) zeichnete sie als Mitherausgeberin verantwortlich. Mit dem Krimi “El Gustario de Mallorca und das tödliche Elixier” hat sie ihren ersten Soloroman geschrieben.

mehr über die Autorin:
www.Brigitte-Lamberts.de
www.moerderisches-duett.de
Pressespiegel: Rheinische Post berichtete über unser “Mörderisches Duett”Pressespiegel: Buchvorstellung zum Bücherbummel auf der Kö
Pressespiegel: Westdeutsche Zeitung und Das mörderische Duett geben Kulturtipps
Pressespiegel: Westdeutsche Zeitung berichtete über unser Autorenduo Lamberts/Reiter

bei edition oberkassel:

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Interview

In der Literaturlandschaft Ihres Heimatortes sind Sie gar nicht mehr so unbekannt. Trotzdem wäre es interessant, wo Ihre Wurzeln sind. Wo kommen Sie her? Was haben Sie vor dem Schreiben gemacht?

Als echte Düsseldorferin hat es mich nach dem Studium und ersten Stationen im Berufsleben wieder nach Düsseldorf gezogen. In Trier, Bonn und Ulm habe ich mich sauwohl gefühlt, und doch war ich froh, wieder in meiner Heimatstadt gelandet zu sein. Als Kunsthistorikerin an Museen und als PR-Beraterin in Agenturen und Verlagen war mein Leben turbulent, viele Menschen habe ich kennen gelernt und jeder neue Kunde zeigte mir eine andere Welt!

Wie würde Sie sich charakterisieren? Gerne auch in Stichworten.

Auch wenn ich von Sternzeichen wenig halte, scheinen meine doch zu passen: Als Steinbock gehe ich bedacht meinen Weg, nicht zu schnell, nicht zu langsam, und einen Schritt zurück kommt überhaupt nicht in Frage. Der Aszendent Waage, mildert die Sturheit des Steinbocks, so hoffe ich doch, und so bin ich auf Harmonie bedacht und versuche Situationen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Ohne was können Sie den Tag nicht überstehen?

Ein Tag ohne zu schreiben fällt mir schwer. Ich habe da aber einen Trick. Ich denke mir einen Kurzkrimi aus! Denn neben dem Schreiben, dem Weiterentwickeln des jeweiligen Romans, ist für mich die Suche nach neuen Ideen wichtig. Ideen nicht nur zu neuen Geschichten, sondern zu der Veränderung eines bestehenden Formates: beispielsweise Anthologien, die mal anders daher kommen.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? Gab es besondere Ereignisse, die Sie auf den Weg zur Schriftstellerin gebracht haben?

Ja, eine kurze Unterhaltung mit meiner Nachbarin, war der Auslöser. Ich habe immer schon Krimis gelesen und den Gedanken gehabt, es einmal selbst zu probieren. „Wollen wir einen zusammen schreiben?“, fragte ich sie. Und noch am nächsten Tag saß ich am Schreibtisch und fing an.

Sind Sie heute als professionelle Autorin in Verbänden?

Ja, ich bin Mitglied bei den Mörderischen Schwestern e.V. und im Syndikat. Der Austausch mit anderen ist mir wichtig und beide Verbände sind sehr aktiv. So kann ich Autoren/innen kennen lernen, die schon mehr Erfahrung haben als ich und von ihnen lernen und mich vernetzen, ein Muss in der heutigen Zeit und zudem macht es einfach Spaß.

Wie kommen Sie auf die facettenreichen Figuren in Ihren Romanen?

Das Leben ist so abwechslungsreich: lustig, traurig, dramatisch, manchmal skurril. Mit offenen Augen gehen, dann entstehen die Figuren fast wie von selbst. Figuren, die manchmal etwas von einem selbst haben – wie die Orientierungslosigkeit, wenn es gilt den schnellsten Weg mit dem Auto von A nach B zu finden, wie bei meinem Hauptkommissar Clemens von Bühlow. Oder die Vorliebe das Essen zu zelebrieren, die Gambas nicht mit Messer und Gabel, sondern mit den Fingern zu essen.

Wo holen Sie sich Ihre Inspiration her? Wie kommen Sie auf die Themen? Wo kommen die Ideen für Ihre Bücher her?

Das ist ganz unterschiedlich. Die ersten drei Kriminalromane habe ich zusammen mit meiner Co-Autorin erarbeitet. Da wirft man sich die Bälle und Ideen nur so zu. Entweder war ein Thema, wie Missbrauch oder die verzweifelte Suche nach Liebe, die Grundidee, um die sich dann die Geschichte entwickelt hat oder eine außergewöhnliche rechtsmedizinische Erkenntnis, die nach einem Krimi geschrien hat. Bei meinen Kurzkrimis sind es öfter aktuelle Geschehnisse, die mich inspirieren.

Wie gehen Sie beim Schreiben vor? Kennen Sie am Beginn schon den Täter? “Planen” Sie die Geschichte?

Auch das ist ganz unterschiedlich! Meist plotte ich, aber nicht so intensiv, wie es andere Kollegen teilweise machen. Den roten Faden habe ich. Ich weiß wer der Mörder ist und wie das Ende auszusehen hat. Der Weg dorthin ist dann auch für mich eine Überraschung. Es ergeben sich Ideen während des Schreibens, auf die ich zu Beginn bei weitem nicht gekommen wäre.

Wie arbeiten Sie an Ihrem Schreibstil?

Ich lese sehr viel und versuche von anderen Autoren zu lernen. Sehr gute Erfahrung habe ich mit meinen Testlesern gemacht, die handwerklich sehr fit sind und mir schon viele Anregungen gegeben haben. Auch Seminare sind sehr hilfreich, die haben mich bisher immer inspiriert.

Wie recherchieren Sie?

Das hängt vom Thema ab. Meine ersten drei Kriminalromane zeigen die klassische Polizeiarbeit. Da habe ich sehr viele Bücher von Kommissaren, Gerichtsmedizinern und Juristen gelesen, im Internet recherchiert und das persönliche Gespräch mit Fachleuten gesucht. Für meinen neuesten Krimi, der auf die Zielgerade zugeht – einen Mallorca-Krimi, war ich mehrfach vor Ort und habe Einheimische und Residenten kennen gelernt, die mir wertvolle Tipps gaben.

Wie gehen Sie mit negativer Kritik um?

Anfangs hat mir eine negative Rezension den Tag versaut, doch ich habe sehr schnell erkannt: „ich kann es nicht allen recht machen“ und was die einen an meinen Büchern schätzen, mögen andere eben nicht. Wenn eine Rezension konstruktiv ist, setze ich mich mit ihr intensiv auseinander. Und so habe ich schon einige gute Anregungen bekommen, die ich bei den nächsten Kriminalromanen umsetzen konnte. Denn nur durch Kritik kann man sich weiterentwickeln. Lob ist wunderbar, aber bewegt eben nichts.

Ist denn schon ein weiterer Roman geplant?

Ja, der Erscheinungstermin steht schon fest: März 2017. Ein Kriminalroman, der auf Mallorca spielt, dessen Wurzeln im 15. Jahrhundert zu finden sind, und dessen Auflösung dem Leser in der Gegenwart dann auch die Insel näher gebracht hat. Ein Roman, der als Krimi und zugleich auch als Reiseführer mit Gastrotipps zu lesen ist, oder einfach nur als packende Urlaubslektüre.

Meinen Sie, die in manchen Kreisen gemachte Unterscheidung zwischen E- und U-Literatur hat heute noch Bestand? Ist sie sinnvoll?

Bringt uns das wirklich weiter? Ich unterscheide nur zwischen guten und schlechten Büchern, zwischen Büchern, die mich fesseln, denen, die mich in meiner Sichtweise auf das Leben bereichern und Büchern, die ich nicht zu Ende lesen muss.

Bedeuten diese “Pseudo-“Definitionen etwas für Ihre Arbeit? Haben Sie diese Begriffe im Kopf, wenn Sie schreiben?

Nein! Ich will meine Leser spannend unterhalten, ich möchte sie fesseln und für kurze Zeit in eine andere Welt entführen. Wenn mir das gelingt, bin ich zufrieden.

Apropos Schreiben: Wie schreiben Sie? Per Hand oder am Computer?

Mein Computer ist einer meiner besten Freunde, selbst wenn er mal nicht so will wie ich, aber das passiert auch bei Freunden aus Fleisch und Blut.

Was halten Sie von Genres? Würde Ihr kreatives Gefühl auch ein anderes Genre zulassen?

Es ist eine Orientierung für Leser, aber auch für Autoren. Jedes Genre funktioniert nach seinen eigenen Regeln und das ist spannend. Ja, warum nicht etwas Anderes ausprobieren. Bei meinem neuesten Roman, dem Mallorca-Krimi, habe ich versucht, Aspekte anderer Genres einzubeziehen, wie Abenteuer, historische Wurzeln und das Kennenlernen einer anderen Kultur.

Sie stellen Ihre Romane in Lesungen vor. Wo können sich denn die Fans in der nächsten Zeit ein Buch von Ihnen signieren lassen?

Na, klar! Freue mich auf viele Besucher bei meinen Lesungen. Und das Signieren versteht sich von selbst, wenn man denn meine sehr eigene Handschrift in seinem gerade erst erstandenem Buch vorfinden will! Die nächsten Lesungen finden meine Leser am besten auf meiner Homepage: https://www.brigitte-lamberts.de/lesungen/

Es heißt, Schriftsteller müssen viel lesen. Wenn Sie die Wahl hätten, drei Bücher auf eine einsame Insel mitnehmen zu können, welche Bücher wären das?

Nur drei? Ein bisschen wenig für eine einsame Insel, aber gut, dann würde ich Erich-Maria Remarque „Die Nacht von Lissabon“, Paul Auster „Das Buch der Illusionen“ und Franz Werfel „Die vierzig Tage des Musa Dagh“, einpacken.

Welcher Ihrer Romane liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

Immer der, der gerade erschienen ist und der, an dem ich schreibe. Interessant zu sehen, wie der neueste Roman ankommt und spannend für mich, wie der Roman, an dem ich schreibe, sich entwickelt.

Wie viele Manuskripte mussten Sie versenden, bis Ihr erster Roman einen Verlag gefunden hat?

Ein Manuskript, bzw. dreißig Exemplare des ersten Manuskriptes waren es schon. Doch dann hat es geklappt.

Kann man vom Schreiben überhaupt leben?

Ich kann es noch nicht, aber es soll ja einige wenige geben, die das können. Ich arbeite daran.

Wenn Sie Ihre bereits veröffentlichten Romane noch einmal zur Hand nehmen, entdecken Sie dann Textstellen, die Sie heute ganz anders schreiben würden?

Ja, natürlich! Wenn das nicht so wäre, würde ich das als sehr sonderbar empfinden. Jedes neue Buch bringt mich einen Schritt weiter in meiner Entwicklung als Autorin.

Wenn Sie nicht schreiben würden …

… undenkbar!

Jede Autorin, jeder Autor träumt vom großen Durchbruch, für den lange Zeit ganz hart gearbeitet werden muss. Dies einmal außer Acht gelassen haben Sie sicherlich auch noch andere Träume im Leben. Was würden Sie gerne noch machen wollen oder genießen?

Ich würde gerne mehr reisen, die Welt kennen lernen, da gibt es genügend Flecken, wo ich noch nicht war!

 

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Ein Kommentar

  1. Das hört sich ja gut an. Wir machen den nächsten Ausflug in den Grafenberger Wald und Du zeigst mir mal die Fundstätte. Aber bitte nicht in den Abendstunden. Man bekommt ja schon so ein Kribbeln.
    Gute Nacht Helga

Kommentare sind geschlossen.