Darmstädter Nachtgesänge

(3 Kundenrezensionen)

13,00  inkl. Mwst.

Darmstadt 1834. Ein gräflicher Förster liegt tot im Wald. Als Mörder gilt Jacob Trumpfheller, der ewige Holzräuber und Wilderer. Das Schafott ist ihm sicher. Dabei war er’s nicht, glaubt Anna, Hausmädchen bei den Büchners in Darmstadt. Sie wendet sich an Oscar, den komischen Kauz von nebenan. Der ist Journalist und kann etwas rausfinden. Nur dumm, dass der Mann als Spitzel auf Georg, den ältesten Sohn der Büchners angesetzt ist! Denn Georg hat ein hitziges Pamphlet geschrieben, das vor aller Welt versteckt werden muss. Anna gerät in eine Klemme. Tragikomischer Biedermeier-Roman um einen authentischen Kriminalfall.

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Beschreibung

Großherzogtum Hessen-Darmstadt, Vormärz (1834–1836)

Ein gräflicher Förster liegt erschlagen im Wald, und Jacob Trumpfheller, der ewige Holzräuber und Wilderer, wird als Mörder ins Kittchen gesteckt. Die Hinrichtung scheint ihm gewiss. Aber er war’s nicht, glaubt Anna, Hausmädchen bei den Büchners in Darmstadt. Ihr Cousin Rodrich muss es gewesen sein, dem sie mit Rücksicht auf ihre Familie ein falsches Alibi gegeben hat.

Was jetzt? Jacob muss geholfen werden. Anna wendet sich an Oscar Weiß, den komischen Kauz von nebenan, der der Büchner-Tochter Mathilde schöne Augen macht. Außerdem ist er Journalist bei der Großherzoglichen Zeitung und könnte etwas bewegen. Dumm nur, dass der Mann als Spitzel auf den ältesten Sohn der Büchners, den ebenso freundlichen wie gescheiten Studenten Georg angesetzt ist. Denn Georg schreibt Sachen, die vor aller Welt versteckt werden müssen, besonders dieses Flugblatt mit der Überschrift „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“. Fort damit! Zumal einem armen Teufel wie Jacob Trumpfheller und einem mittellosen Hausmädchen wie Anna mit all den Sprüchen nicht zu helfen ist. Oder doch?

Ein tragikomischer Biedermeier-Roman rund um einen authentischen Kriminalfall.

Daten

Ella Theiss
Darmstädter Nachtgesänge
ISBN (Print): 978-3-95813-232-0
ISBN (ebook): 978-3-95813-233-7
ca. 400 Seiten
(D) 13,00 € (A) 13,40 €

Zusätzliche Informationen

Gewicht 300 g
Größe 12 × 2 × 19 cm

3 Bewertungen für Darmstädter Nachtgesänge

  1. utaechl (Verifizierter Besitzer)

    Eine spannende und mitreißende Momentaufnahme der Biedermeierzeit in Darmstadt

    In dem historischen Roman, der im Darmstadt des Jahres 1834 zur Biedermeierzeit spielt, geht es um einen authentischen Kriminalfall und um Georg Büchner und dessen in Darmstadt lebende Familie. Mittelpunkt des Geschehens ist Anna, die nicht nur Hausmädchen bei Familie Büchner ist, sondern den mutmaßlichen Förstermörder aus Kindheitstagen kennt. Eine weitere wichtige Rolle spielt Oscar Weiß, der es als Journalist in der politisch angespannten Zeit nicht wirklich einfach hat. Ella Theiss gelingt es, die historischen Fakten mit Leben zu füllen und mich als Leser in die damalige Zeit zu versetzen und in mir die Erkenntnis zu wecken, dass ich mit der heutigen Einstellung damals sicher nicht glücklich geworden wäre.
    Mit Georg Büchner sollten die meisten schon in Kontakt gekommen sein und auch seine kleine Schwester Luise ist vielleicht nicht ganz unbekannt. In diesem Buch kann man sie nun in ihrem heimischen Umfeld erleben, wobei Georg schon in Gießen studiert und sich in revolutionären Kreisen herumtreibt und sich zum schwarzen Schaf der Familie entwickelt. Es ist spannend, die damaligen Ereignisse hautnah miterleben zu können, ohne in einem trockenen Geschichtsbuch schmökern zu müssen. Ihr Hausmädchen Anna wir dabei in so ziemlich alles reingezogen und ist Bindeglied der Handlungsfäden. Man bekommt hautnah mit, wie schwierig es für das normale Volk ist, in dieser Zeit ein Auskommen zu sichern und wie wenig der Frau eine Rolle in der Gesellschaft zugestanden wird.
    Nicht zu vergessen ist dann noch der Mord an einem Förster und der Holzdieb Jacob Trumpfheller, der zu Unrecht beschuldigt und festgenommen wird und somit seine eigene Familie ins Unglück stürzt.
    Wie man sieht, kommt einiges zusammen auf den fast 400 Seiten, wobei ich mit meiner Beschreibung nur an der Oberfläche gekratzt habe. Darmstädter Nachtgesänge ist ein hervorragender historischer Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich habe einiges mehr über die Biedermeierzeit erfahren, als sich noch in meinem Gedächtnis festgesetzt hatte und reichlich Anregungen bekommen, um mich weiter mit der Büchner-Familie zu beschäftigen. So dürfte es auch anderen Lesern der Geschichte gehen. Ein Buch, das Darmstädter Geschichte lebendig werden lässt, eine Empfehlung für alle historisch Interessierten und Leser, die gerne mehr über damalige „Ermittlungsmethoden“, „moderne“ Gefängnisse, Blaustrümpfe, die titelgebenden Nachtgesänge und das Leben voller Höhen und Tiefen in der Biedermeierzeit erfahren wollen.

  2. omami

    Die „Darmstädter Nachtgesänge“ sind ein absolut lesenswertes Buch.
    Was sich in der Geschichte des Hessenlandes und da ganz besonders im Gebiet um Darmstadt in der Biedermeierzeit, ( im Buch ab 1834 ) im sozialen, gesellschaftlichen und politischen Leben so abgespielt hat, kann man dem Inhalt entnehmen.
    Rund um Anna, das Hausmädchen der angesehenen Arztfamilie Büchner in Darmstadt tobt ein besonders hinterlistiger Krieg, um Bestrebungen, die Menschenrechte in dieser grausamen Zeit besser bekannt zu machen und durchsetzen zu können. Georg Büchner ist dafür ein leuchtendes Beispiel.
    Die Geschichte beginnt damit, daß Phillip Lust, Unterförster des Großherzogs Ludwig II, i, Wald erschlagen wird.
    Natürlich war es keiner. Aber einer muß es getan haben und so kommt man auf den armen Jacob Trumpfheller, der bekannt ist, schon mal Holz zu freveln. ( Der Ausdruck an sich ist schon deprimierend.)
    Oscar, ein Journalist soll hingegen Georg Büchner bespitzeln, er hängt sich an Anna, das Hausmädchen in der Meinung, die ältere Tochter des Hauses vor sich zu haben und verliebt sich prompt in Anna. Da kann natürlich die Spitzelei nicht gut laufen, noch dazu, wenn Anna Oscar bittet, in der Zeitung Stimmung für den armen Jacob zu machen, was er auch tut.
    Das Buch beschreibt die fürchterlichen Zustände in den Gefängnissen, die selbstherrliche, aber unkompetente Rechtssprechung, soziale Ungereimtheiten und vieles mehr, was das Leben damals nicht gerade zum Zuckerschlecken machte. Jeder stand unter dem Druck eines höher gestellten, der ebenfalls unter Druck von oben stand. Und der wurde weitergegeben, logischerweise nach unten und traf die Ärmsten der Armen.
    Erfrischend dann aber die eingeflochtene Geschichte mit den Blaustrümpfen und eben den titelgebenden Nachtgesängen.
    So mag ich Geschichte, lebendig und gut beschrieben.
    Autorin: Ella Theiss
    Verlag: Edition Oberkassel

  3. edition oberkassel

    ein stimmiger historischer Kriminalroman, der treffendes Zeit- und Lokalkolorit bietet und mit gekonnt geführtem Spannungsbogen zu überzeugen weiß – Peter Brunner im „Darmstädter Echo“ vom 30.4.2021

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